Als Deutsche profitieren wir – so lange wir angestellt sind – von einer soliden Krankenversicherung auf Basis des Solidaritätsprinzips. Im Urlaub und auf Reisen im EU-Ausland sind wir damit genauso abgesichert, wie Zuhause. Sich mit deutscher Krankenversicherung in Italien aufzuhalten, ist also erstmal kein Problem. Weil die gesetzliche Krankenkasse aber nur das bezahlt, was sie auch in Deutschland übernehmen würde, ist eine private Auslandskrankenversicherung sinnvoll. Denn in Italien müssen viele Leistungen privat bezahlt werden.

Die meisten Kassen arbeiten mit Privatversicherungen zusammen. Darum können sie umfassenden Schutz für kleines Geld anbieten. Bei den meisten Anbietern kostet die Auslandsreiseversicherung nicht mehr als 10 Euro im Jahr. Sie gilt allerdings nur in Europa. Für Reisen in exotischere Teile der Welt braucht es gezieltere Versicherungspakete. Aber so weit ist Italien ja nicht weg. Und so deckt eine solche Auslandskrankenversicherung auch die Kosten, die bei einer Behandlung in Italien anfallen. Reisende haben also eine Krankenversicherung in Italien. Aber was ist mit Expats?

Expats und die Krankenversicherung in Italien

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Wie so oft bei Themen rund um das Auswandern gibt es keine allgemeingültige Antwort. Wer als Deutsche/r in Italien leben will, muss sich nicht zwingend aus Deutschland abmelden. Und sofern man sich nicht mehr als 180 Tage am Stück im Ausland aufhält, ist das Behalten der deutschen Krankenversicherung in Italien auch kein Problem. Wichtig ist nur, dass man in Deutschland gemeldet bleibt und somit eine ladungsfähige Adresse hat.

Dann kommt aber die Sache mit dem Arbeiten in Italien. Als Angestellte/r wird man automatisch beim INPS (Istituto Nazionale Previdenza Sociale) registriert. Damit ist man im Grunde genommen bereits in Italien krankenversichert. Fehlt nur noch die Krankenkassenkarte. Diese bekommt man beim lokalen ASL (Azienda Sanitaria Locale). Allerdings nur gegen Vorlage der Steuernummer und Meldebestätigung. Anmelden kann man sich unabhängig von der Abmeldung in Deutschland!

Für selbstständige Expats in Italien ist das System ähnlich. Allerdings: Wer als Selbstständige/r in Deutschland gemeldet bleibt, muss sich dort privat bzw. freiwillig krankenversichern. Und das ist teuer. Teurer jedenfalls, als sich in Italien beim INPS zu registrieren. Dafür muss man sich allerdings in Italien melden und auch sein Gewerbe dort anmelden. Andernfalls greift die Doppelbesteuerung – und das will man ja nun wirklich möglichst vermeiden.

Krankenversicherung in Italien ist für alle gleich

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Einmal in der Krankenversicherung in Italien registriert, ist man automatisch auch renten- und sozialversichert. Allerdings ist die Krankenversicherung in Italien lange nicht so umfassend wie in Deutschland. So gut wie keine medizinische Behandlung wird vollständig übernommen. Besuche bei Spezialisten und beim Zahnarzt müssen gar voll privat bezahlt werden.

Dennoch bietet die Krankenversicherung in Italien auch Vorteile gegenüber der Deutschen. Mit den Abgaben ans INPS sind – egal, ob Angestelle/r oder Freelancer – gleichzeitig die Rentenbeiträge und Sozialversicherungsbeiträge abgegolten. Als Freiberufler/in in Deutschland müsste man die aus privater Tasche bezahlen. In Italien sind INPS und ASL für alle Berufsformen Ansprechpartner.

Privat krankenversichert in Italien geht natürlich auch

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Selbstredend kann man sich in Italien auch privat krankenversichern. Wahlweise anstelle der Registrierung beim INPS oder zusätzlich. Wer sich in Italien melden möchte, ohne sein Gewerbe dort zu registrieren, muss oftmals sogar eine private Versicherung nachweisen. Denn die Behörden wollen vermeiden, dass, wer nicht ins System einzahlt, in irgendeiner Form davon profitieren kann.

Ganz ohne Krankenversicherung in Italien?

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Es ist riskant, aber möglich. Allerdings nicht ratsam. Ohne Krankenversicherung in Italien wird man ausschließlich im Pronto Soccorso im Krankenhaus behandelt. Aber dahin zu kommen, ist oftmals schwieriger, als zum nächst gelegenen Allgemeinmediziner. Vor allem verstopft man dann - ggf. grundlos - die Notaufnahmen. Und welche Auswirkungen das hat, sieht man ja bereits in deutschen Emergency Rooms. An einer Krankenversicherung in Italien - egal, ob der italienischen oder der deutschen, gesetzlichen oder privaten - führt also kein Weg vorbei.

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